Colesterin

Es gibt Lebensmittel, die wegen einzelner Inhaltsstoffe den Ruf haben, der Gesundheit zu schaden. Das gilt z. B. für das Ei zu, dass auf Grund seines Cholesteringehalts das Herzinfarktrisiko erhöhen soll. Aber ist deshalb das Frühstücksei Schuld am Herzinfarkt? Gibt es so etwas wie "gute" und "böse" Lebensmittel – die einen "erlaubt", die anderen "verboten"?
Ernährungswissenschaftler und Mediziner sind sich einig: Die Lösung heißt abwechslungsreich und ausgewogen essen und in Maßen genießen.

Cholesterin ist lebensnotwendig
Für unseren Körper ist Cholesterin lebenswichtig. Unser Organismus produziert einen Teil des Cholesterins selbst, den Rest nehmen wir mit der Nahrung auf. Enthält die Nahrung zu wenig Cholesterin, steigt die Eigenproduktion. Kommt zu viel von außen, reduziert der Körper bei den meisten Menschen die Eigenproduktion. Große Mengen Eier und fettreiche Lebensmittel können diesen Regelmechanismus allerdings mit zu viel Cholesterin überlasten, sodass die Menge an Cholesterin im Blut steigt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, täglich nicht mehr als 300 Milligramm Cholesterin aufzunehmen. Allein in einem mittelgroßen Ei sind schon 200 Milligramm Cholesterin enthalten. Daher sollten gefährdete Personen, die bereits einen hohen Cholesterinwert haben bzw. bei denen weitere Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Rauchen vorliegen, pro Woche nicht mehr als zwei Eier essen. Die individuelle Reaktion auf eine cholesterinarme Diät zur Senkung des Cholesterinspiegels ist sehr unterschiedlich und zeigt nur bei etwa einem Drittel der Betroffenen den gewünschten Erfolg. Heute geht man davon aus, dass andere Faktoren, allen voran das Nahrungsfett die Cholesterinkonzentration im Blut stärker beeinflussen als das Nahrungscholesterin. Und auch Ballaststoffe, antioxidative Vitamine und pflanzliche Sterine in der Nahrung wirken auf die Blut-Cholesterinwerte. Neben Ernährungsfaktoren spielen auch Stress, Bluthochdruck, Übergewicht, Rauchen, mangelnde Bewegung usw. eine entscheidende Rolle.

Nicht einzelne Lebensmittel verteufeln
Alle Lebensmittel lassen sich in einen gesunden Ernährungsstil einpassen, darauf wies unlängst die American Dietetic Association (ADA) in ihrer Monatszeitschrift (01/2002) hin. Der Schlüssel liegt wie so oft, im goldenen Mittelweg: von allem etwas und das in Maßen. Die Unterscheidung in gute und schlechte Lebensmittel fördere sogar ungesunde Ernährungsgewohnheiten und sei daher unsinnig, fürchtet die ADA in ihren Richtlinien „Nutrition Labeling and Healthy People 2010“. Ähnlich sieht es die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Für Prof. Günther Wolfram vom Institut für Ernährungswissenschaft der TU München macht es keinen Sinn, aus einem Paket fettreicher Lebensmittel einzelne Bestandteile wie das cholesterinreiche Ei herauszugreifen und dessen Risiko für einen Herzinfarkt zu betrachten. „Auf die Menge und die Art des gesamten Fettes in der Nahrung kommt es an.“

Was tun?
Das Geheimnis eines langen Lebens kann ohnehin nicht allein im Verzicht auf das Frühstücksei liegen. Erst Nicht- Rauchen, regelmäßige Bewegung, ein normales Körpergewicht in Verbindung mit einer gesunden Ernährung kann die Lebenserwartung steigern. Wer sich also beim Cholesterin in der Nahrung zügelt und trotzdem auf der Couch sitzen bleibt, hat nicht viel gewonnen. Grundsätzlich wirkt sich eine vollwertige Ernährung mit reichlich Gemüse und Obst (mindestens fünf Portionen täglich), viel Vollkornprodukten, wenig tierischen, sowie wenig gehärteten Fetten und die Verwendung von pflanzlichen Fetten (mit Ausnahme von Palmkern- und Kokosfett) positiv auf die Blutfettwerte aus.

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